Die Kirche in Postelberg

Die Kirche in Postelberg

Die Maria Himmelfahrtskirche, die fünfte ins Ort, liess Fürst Josef zu Schwarzenberg erbauen. Er hatte zwei Gründe: Die Dekanalkirche der Hl.Dreifaltigkeit war zu klein und in einem so schlechten Zustand, dass sich eine Renovierung nicht mehr gelohnt hatte. Des weiteren gelobte Fürst Josef, bei der Geburt eines Sohnes, aus Dankbarkeit eine grosse schöne Kirche erbauen zu lassen. Sein Wunsch ging zu Erfüllung. Dem fürstlichen Ehepaar, dem Fürst Josef zu Schwarzenberg und seiner Gemahlin Maria Theresia, einer geborener Fürstin zu Lichtenstein wurde am 3.7.1742 ein männlicher Nachkomme geboren, der bei der Taufe den Namen Johannes erhielt.  Fürst Josef konnte das Gelübde einlösen und beaufragte den berühmten Baumeister Altomonto aus Osterreich mit dem Bau der Kirche zu beginnen.

Am 13.10.1746 legte der Fürst das Grundstein für den neuen Kirchenbau. Die Erbaung der Kirche dauerte sieben Jahre, und diese wurde am 16.9.1753 zu Ehren der Mutter Gottes eingeweiht. Die Kirche hatte ein Schiff und einen Turm mit einer Turmuhr. Untradionell ist dass die Kirche mit dem Hauptaltar gegen Süden gerichtet ist, so dass der Turm mit dem Eingangsportal zum Marktplatz steht. An der Kirchenfront befinden sich die in Stein gehauenen Statuen des hl. Petrus und des hl. Paulus. Der Innenraum der Kirche ist mit kunstvollen Stukarbeiten und Verzierungen ausgestattet. Voluten und die Gesimsarbeiten wurden ebenfalls von österreichischen Künstlern ausgeführt. In der Kirche befinden sich fünf Altäre und zwar der Hauptaltar und vier Seitenaltäre. An jedem Altar ist ein grosses Olgemälde angebracht, es sind Werke der Wiener Malschule z.B. von Johann Brändler und Michael Angelo Unterberger. Den Hauptaltar schmückt das Bild der Aufnahme Mariens in den Himmel – Mariä Himmelfahrt – und man beschloss damals, das Kirchenfest am Tag Mariä Himmelfahrt zu feiern. Die vorderen Seitenaltäre stellen den Tod des hl. Josef und der hl. Theresia von Avila dar. Auf den hinteren Seitenaltären befinden sich die Portraits des fürstlichen Ehepaars Josef und Mariä Theresia zu Schwarzenberg dargestellt mit dem Sohn Johannes, dem Majoratsherrn. Das vierte Bild ist für Postelberg das bedeutendste, da es die Stadt im Jahre 1750 zeigt. Darüber schwebt die hl. Dreifaltigkeit. Die Kanzel ist mit holzgeschnitzten Engelsköpfen und mit einer Statue des lehrenden Jesus verziert. Weiter befinden sich in der Kirche herrlich geschnitzte Beichtstühle und Kirchenbänke für ungefähr 300 Leute. Alles befindet sich noch im ursprünglichen Zustand, auch die Kreuzwegstationen sind Originale. Beide Fenster beim Hauptaltar sind im Blei verglast. Auf einer Verglasung ist Jesus Christus und auf der anderen die Jungfrau Mariä mit dem Jesuskind zu sehen. An dem Gewölbebogen ist das schöne Wappen der Fürsten zu Schwarzenberg engebracht. Im Chor befindet sich eine Orgel. Die ursprüngliche Orgel war ein Werk des Wiener Orgelbauers Panzer. Es war eine mechanische Orgel mit einem Manual. Von der ursprünglichen Orgel ist der sogenannte Corpus erhalten geblieben. Die Orgel selbst wurde vegrössert und im Jahre 1932 von der Firma Hauser in Teplitz modernisiert und auf eine pneummatische Orgeln mit drei Manualen umgestellt.

Gottesdienste finden hier alltäglich früh oder abends statt. Es wird dort das Sakrament der Taufe und der Eheschliessung gespendet. In den letzten Jahren sind in der Kirche Konzerte geistlicher Musik für die Bevölkerung zu hören.  Eine aussergewöhnliche historische Entdeckung wurde im Jahre 1981 im Areal des Pfarrhofes gemacht. In der Scheune wurden zufällig Reste romanischen Mauerwerkes entdeckt. Nach dem Abräumen des Schuttes erkannte man ein sechswölbiges romanisches Fenster mit Kapitelln, Säulchen und Sockeln aus Sandstein. Das weiteren fand man ein romanisches Quadermauerwerk mit einem Fenster. Nach den Forschungsergebnissen des Herrn Dr. Somer und der Frau Dr. Merhaut vom Archäologischen Institut in Prag und von Herrn Dr.Stauber vom Bezirskmuseum in Louny handelt es sich höchstwahrscheinlich um Reste eines Klostergebäudes aus dem 12. Jahrhundert. Es ist dies der eindeutige Beweis derExistenz des Klosters Porta apostolorum bis zum 15. Jahrhudert. Die Ergebnisse der Nachforschungen wurden in der Fachzeitschrift für Archäologie Nr. 35 Jahrgang 1983 publiziert.

Im Jahre 1992 wurde das Kircheninterieur im ursprünglichen Stil ausgemalt. Dies geschah nach 56 Jahren. Die Arbeit wurde von selbständigen Malern aus Smolnice bei Louny ausgeführt, die schon Erfahrungen mit der Kirche in Citoliby hatten. Von 1993 – 1994 wurde die gesamte Aussensenfassade der Kirche und des Turmes von der Firma D.T.O.V. Louny erneuert. Im November des Jahres 1993 wurde eine neue Turmuhr mit elektrischem Antrieb einer Firma aus Vyskov in Mähren installiert. Das Ausmalen der Kirche ging auf Kosten der Kirchengemeinde. Die Kosten für die äussere Fassade wurden vom Kulturreferat des Bezirksamtes in Louny getragen, die neue Turmuhr wurde auf Rechnung des Stadamtes Postelberg bezahlt.